World Rafting Champs 2019 – Australia

Rafting 2Bericht von Laurenz Laugwitz, Kanu-Club Zugvogel

Seit Ende 2018 bin ich nun Mitglied im Raftingteam Germany. Das Team besteht schon lange in immer wechselnder Konstellation. Auch im letzten Jahr wurden neue Teamkollegen gesucht, nachdem zwei Rafter aufgrund ihrer Ausbildung abgesprungen sind. So sind die verbleibenden Rafter auf mich und meinen früheren Teamkollegen aus dem Kanuslalom Tobias Kargl zugekommen und konnten uns für die Idee begeistern, das Raften einmal auszuprobieren. Nachdem wir wirklich Gefallen an der Sportart fanden, stand das WM-Team fest: Merlin Holzapfel, Siegfried Bayer, Sebastian Bund, Peter Micheler, Tobias Kargl und ich. Angesichts der nur noch kurzen verbleibenden Zeit bis zu WM in Down-Under wurde das Training sofort aufgenommen. Die bereits EM-und WM- erfahrenen Rafter aus dem Team organisierten ein strukturiertes Training, das uns innerhalb von nur sechs Monaten bestmöglich auf den bevorstehenden Wettkampf vorbereiten sollte.

Am 09. Mai ging es schließlich für uns mit Paddel im Gepäck zur Rafting Weltmeisterschaft nach Australien. Diese fand im Bundesstaat Queensland, genauer gesagt in Tully in der Nähe von Cairns, statt. Das Motto der WM „Tame the Tully“ ließ schon erahnen, dass der Tully River wohl nicht zu den seichten Gewässern zählt. Das von den Organisatoren bereitgestellte Zeltlager tauschten wir aber doch recht zügig in eine Unterkunft mit regendichtem Dach über dem Kopf ein, was uns angesichts der Wetterlage als sehr sinnvoll erschien. Vom Nationenzeltelager in Tully aus ging es wie auch an den Trainingstagen auch am ersten Wettkampftag für alle Mannschaften ca. 45 Minuten lang mit Reisebussen mitten in den Dschungel an den wilden Tully, auf dem die verschiedenen Disziplin-Wettkämpfe auf einen insgesamt 10 km langen Flussabschnitt ausgetragen wurden. Es werden vier verschiedene Disziplinen unterschieden: Sprint, Head to Head, Slalom und Downriver. Aufgrund der Tatsache, dass all unsere Teammitglieder ehemalige Slalomkanuten sind, und der verhältnismäßig kurzen Vorbereitungszeit für die WM, haben wir uns im Slalom die größten Chancen ausgerechnet.

Die ersten Medaillen wurden jedoch beim Sprint-Wettkampf ausgefahren. Dabei befährt jedes Boot einen bestimmter Flussabschnitt auf Zeit. Nach einer relativ guten Fahrt, und unserer Meinung nach, guten Linie mit der Strömung und an den Felsen vorbei sind wir auf dem 8. Platz gelandet. Am nächsten Tag wurde das Head to Head Rennen ausgetragen. Dabei treten zwei Teams unmittelbar gegeneinander an und es ist so ziemlich alles, außer ein direkter Angriff auf einen Rafter erlaubt, was den besonderen Reiz, aber auch die Unberechenbarkeit dieser Disziplin ausmacht. Zunächst wird gleichzeitig und nebeneinander gestartet. Dann müssen auf einer ca. 3-4 Minuten langen Strecke noch zwei Bojen umfahren werden. Das Team, welches als erstes über die Ziellinie kommt, ist eine Runde weiter, das andere Team ist raus. Nach dem ersten gewonnenen Head to Head gegen Kolumbien sind wir in der nächsten Runde nach einem erbitterten Kampf gegen Neuseeland bis zum Ziel, leider ausgeschieden und sind somit erneut auf dem 8. Rang gelandet.

Der Slalom-Wettkampf am nächsten Tag läuft genauso wie beim Kanuslalom ab, nur das eine Berührung der zwei Meter breiten Tore nicht zwei, sondern fünf Strafsekunden nach sich zieht. Im zweiten Lauf schlängelten wir uns in nahezu optimaler Linie durch Stangen, Felsen und Kehrwässer. Mit der reinen Fahrzeit wären wir auf dem 2. Rang gelandet. Leider haben wir aber zwei Tore berührt, was uns den Vizetitel gekostet und uns auf den 6. Rang verbannt hat. Am letzten Wettkampftag stand schließlich noch die Königsdisziplin, der Downriver, an. Beim Downriver starten in mehreren Gruppen jeweils acht Boote gleichzeitig. Die Fahrzeit bis zum Ziel lag in diesen Fall bei knapp 50 Minuten. Nach einem taktisch gelungenen Start konnten wir uns auf Position vier einreihen. Nach ca. 30 Minuten zeigte sich jedoch die Erfahrung und Fitness der anderen Teams und wir landeten am Ende in unserer Gruppe auf dem 7. Rang und insgesamt auf dem 10. Rang in der Gesamtwertung. Mit einem 7. Platz in der Gesamtwertung und einer knapp verpassten Medaille im Slalom waren wir jedoch schlussendlich angesichts der kurzen Trainingszeit in dieser Konstellation zufrieden mit unserer Leistung und dankbar für die unbezahlbare Erfahrung, die wir als Sportler und auch als junges Team in Australien sammeln durften. Wir blicken bereits jetzt zuversichtlich auf das nächstes Wettkampfjahr, in dem der Höhepunkt die 4er WM in China sein wird.

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