Eine Wintertour von Koblenz nach Köln

Von Koblenz-Vallendar über den KC Unkel  nach Köln-Porz

14. – 15.12.2019

Alexander Köwitsch: Shuttlebunny

Christian Mörchen, Ansgar Birrenbach, Florian und Uli Bischofs, Barbara Kirch, Lars Everding, Eva Cott

Trotz des Konsens, eingeschliffene Rollenmuster zu hinterfragen, wird sich im weiteren Verlauf des Berichtes zeigen, warum in unserem speziellen Falle es zum Schaden aller gewesen wäre, diese in Gänze aufzugeben.

Bevor wir starten konnten, musste erst ein kritischer Blick unter die Motorhaube des Vereinsbus` geworfen werden, um einige Birnchen zu überprüfen und auszutauschen. Das zeitraubende Umsetzen konnten wir uns diesmal sparen: Alexander übernahm klaglos die Rolle des Shuttlebunnys und kutschierte uns bis vor die nördlichen Tore Koblenz`, wo wir in Vallendar mit unseren  Vorbereitungen für eine zweitägige Tour begannen, die uns über den KC Unkel wieder nach Köln führte.

So grenzt es doch immer wieder an ein kleines Wunder, dass die vielen bunten Säcken, die wie nach einem Unfall mit einem Mülllaster verstreut um die Boote herum liegen, doch ihren Platz unter den Lukendeckeln finden. Die größte Herausforderung dürfte das Verstauen zweier Geigenkasten großer Keksdosen in Barbaras Boot dargestellt haben.

Rhein12.19.Nussecken

Während wetteronline uns für die zwei Tage Dauerregen versprach, hat wohl doch ein gnädig gestimmter Petrus ein gutes Wort für uns eingelegt  und den Regen in stetigen Gegenwind verwandelt. Manch einer der vorweihnachtlich gestimmten Paddler fragte sich, ob Regen nicht das kleinere Übel gewesen wäre. Diese Bedingungen wurden von jedem ganz individuell bewertet. Manch eine fiel konditionell überfordert, ihre sich blähende blutige Blase an der Hand beweinend zurück; wohin gegen sich andere über den Wellengang und die maritim anmutenden Verhältnisse freuten. Gleicher Meinung waren allerdings alle über Barbaras selbstgebackene Nussecken, die das Zeug haben Legendenstatus zu erwerben und den kulinarischen Beweis antreten, dass nicht alle Rollenmuster hinterfragt werden sollten.

Die Paddler vom KC Unkel nahmen nach der Ankunft an unserem Etappenziel uns frierende Zugvögel in ihrer Mitte auf und bewiesen, dass Platz in der kleinsten Hütte ist. Neben der nestwarmen Stimmung im Bootshaus wurde auch Spießbraten und Kuchen mit uns geteilt. Nach einigen abgewarteten Regenschauern machten wir uns noch auf ins Weinhaus „Zur Traube“, um dem Spießbraten noch etwas Gesellschaft durch Salat, Suppe und diverse Schlachtplatten zu bescheren.

Neben dem prominenten Bürger Willy Brandt gab eine nicht zu übersehende Kunstinstallation der Konzeptkünstlerin Martine Seibert-Raken in Form einer mystisch angeleuchteten rosa Wolke, die es bis auf die Venediger Biennale geschafft hat, dem Städtchen eine gewisse Weltläufigkeit. 

Der nächste Tag ignorierte wie der erste schon die ihm eigentlich zugedachte Wetterprognose und wartete - wie um die Wetterfrösche zu verhöhnen - mit Sonnenschein auf. Bootshauswart Udo verabschiedete uns mit einem obligatorischen Gruppenfoto, das auch einen Platz in seinem akribisch gepflegten Fotoalbum finden wird. So konnte Udo Christian beweisen, dass er vor zehn Jahren schon einmal Gast in Unkel gewesen war. Nach einigen flauen Wellen über den Unkelsteinen setzen wir die Reise nach Norden zügig fort. An der Siegmündung wurden die letzten Nussecken vertilgt und das konkurrenzlose Schlusslicht der Reise an Land geschleppt, um es für die verbleibenden 17 km zu schonen.

Eine wirkliche schöne Tour, die zeigt, dass das Winterpaddeln es vermag, einer so kleinen Reise in heimischen Gefilden einen gewissen Expeditionscharakter zu verleihen.

Eva Cott 

Herbstfreizeit in Obervellach

...auf der Möll, der Lieser, der Isel und der Soca.

Nachdem der Pegel an der Soca nur eine Befahrung der Friedhofstrecke erlaubte, entschieden wir uns kurzfristig auch in diesem Jahr wieder nach Obervellach in Kärnten an die Möll zu fahren. Für unsere heterogene Gruppe von jungen und alten Paddlerinnen und Paddlern, sowie von Wildwasser erfahrenen und Wildwasserneulingen bietet diese Region vielfältige Möglichkeiten. Durch den Wasserablass vom Kraftwerk an der Möll ist zumindest stundenweise ein guter Wasserstand auf der Möll gesichert. Außerdem bietet der Campingplatz in Obervellach mit dem Canadahaus und den Hütten im Oktober deutlich mehr Komfort als ein Zeltplatz. Zudem konnten unsere Freestyler direkt am Campingplatz in drei unterschiedlichen Wellen ihre Moves trainieren. Eine regenreiche Nacht mitten in der Woche ermöglichte einem Teil der Gruppe dann doch noch den Ausflug nach Slovenien an die Soca und Allen eine traumhaft schöne Fahrt auf der Isel bei einem mittleren Wasserstand. Unsere erfahrenen Wildwasserpaddler genossen den technisch etwas anspruchsvolleren Abschnitt der Lieserschlucht bei moderaten Wasserständen.

Alle Fotos dazu finden Sie in unserer Galerie.

Impressionen Herbstfahrt 03

Auf dem Rhein bis in die Nordsee ...

Rhein NS GruppeMit der Idee den Rhein bis zur Mündung in die Nordsee zu paddeln, beschäftigte ich mich schon seit einigen Jahren. Bis hinter Duisburg nach Walsum hatte ich es mit Christian schon mal geschafft und bei einer Fahrt mit einem Ausflugsschiff von Emmerich nach Rotterdam hatte ich mir den Abzweig des Waals vor Arnheim und den Hochseehafen Rotterdam angesehen. Der Schiffsverkehr in Rotterdam mit dem Hochseehafen war sehr beeindruckend und für Kajakfahrer sehr anspruchsvoll. Für mich verlockender war dagegen die Idee über die IJssel und das IJsselmeer zur Nordsee zu paddeln. 

Auf der Bootsmesse erwarb ich das Rhein-Buch von Manfred Fenzl mit der Streckenbeschreibung vom Rheinfall bis zur Nordsee und zum IJsselmeer. Nun suchte ich nach Mitpaddlerinnen und Mitpaddler, die Lust und vor allem Zeit haben mit mir im Seekajak ca. 400 km auf Rhein und IJssel unterwegs zu sein. Urlaubspläne und begrenzte Urlaubstage meiner noch berufstätigen Paddelfreunde verhinderten bisher die Umsetzung meiner Idee. Glücklicherweise konnte ich Gabi und Alex in diesem Sommer von meinem Vorhaben begeistern und es gab sogar für die Tour ein Zeitfenster von 7 Tagen im August. Die eine Woche mitten im August war nun fest vereinbart und wir wollten schauen, bis wohin wir in den 7 Tagen kommen. Darin, dass wir uns nicht im Voraus auf Etappenziele festlegen, im Zelt oder in Bootshäusern übernachten und selber kochen, waren wir uns einig. Doris hatte angeboten uns am Ziel abzuholen, damit waren die Rahmenbedingungen geklärt.


Rhein Nordsee KarteAm Freitag den 9. August starteten wir um 14 Uhr mit gepackten Booten bei einem Pegel von 230 cm in Köln und einem leichten Rückenwind in Zündorf, wir hatten uns für die erste Etappe bei WSC Dormagen angemeldet und paddelten die 41 km mit einer Pause in Leverkusen recht zügig und wurden kurz nach 18 Uhr von den Kanufreunden in Dormagen begrüßt. Wir schafften es fast noch vor dem einsetzenden Regen die Klamotten aus den Booten ins Bootshaus und die Boote hoch zu tragen. Nachdem die Anmeldeformalitäten erledigt, der Obolus für die Übernachtung entrichtet und wir frisch geduscht waren kam auch schon unser erster Besuch. Mein Freund Klaus aus Langenfeld hatte sich mit seinem Kumpel Andreas trotz des Regens auf die Fahrräder geschwungen, um uns nach der 1. Etappe in Dormagen-Zons zu begrüßen. In der Gaststätte an der Fähre wurde dies bei entsprechenden Kaltgetränken gefeiert, später erweiterten noch Mechtild und Franz die Runde. „Von Sinnersdorf aus habe es sich praktisch angeboten, uns die guten Wünsche für unsere Tour persönlich mit auf den Weg zu geben.“ Für uns war dies ein toller Start, und an dieser Stelle noch einmal ganz herzlichen Dank an unsere Besucher! J  Am nächsten Morgen waren wir um 9 Uhr startbereit auf dem Wasser.

 Rhein Nordsee WellenWir freuten uns auf die Kulisse der Düsseldorfer Altstadt und waren gespannt auf den veränderten Schiffsverkehr ab Duisburg. Bis dahin paddelten wir aber immer wieder zwischen Feldern und bewaldeten Ufern und selbst für die Pause auf der linken Rheinseite gegenüber von Düsseldorf fanden wir Kiesstrand und eine Wiese. Leider war Mittagszeit und in dem gegenüberliegenden Freilichtkino mit seiner riesigen Leinwand war noch kein Programm. Heute wurden wir mit einem 4er Rückenwind unterstützt, wie heftig dieser Wind blies, merkten wir besonders auf den wenigen Stellen, in denen der Rhein eine starke Biegung macht und wir gegen den Wind anpaddeln mussten. Auch in Duisburg blieben wir auf der linken Rheinseite und konnten die Hafeneinmündungen entspannt beobachten. Wir hatten im Flussführer einen kleinen Hafen in Walsum mit einem Segel- und Kajakverein gefunden und nutzten den Rückenwind, um noch einige Kilometer zu paddeln. Leider war der Steg des Yachtclubs völlig verwahrlost und der Zugang zum Ufer verschlossen und vom Kanu-Club weit und breit nichts zu sehen, zudem gab es keine Möglichkeit auszusteigen. Dank Smartphone und Canua-App des DKV konnten wir Kontakt zu den drei Kilometer entfernten Kanufreuden „Rheintreue“ aufnehmen. Nach 80 km mussten wir nur noch eine Treppe überwinden und ca. 300 m über den Deich rollern.... Dafür wurden wir dann aber sehr herzlich mit einem kühlen Bier und leckeren Reibekuchen begrüßt. Die Zelt- und Wassersportfreunde „Rheintreue“ haben ein schönes neues Bootshaus mit tollen Sanitäranlagen sowie Caravan Stellplätzen. 

Rhein Nordsee 2019 StorchVon hier aus waren es noch 56 km bis nach Emmerich, da der Wind zwar nicht mehr ganz so kräftig aber immer noch aus Südwesten blies, erinnerten wir uns an die Empfehlung von Britta und Stefan und wir meldeten uns beim Emmericher Kanuverein an. Der Schiffsverkehr hatte ab Duisburg zugenommen und die Schubverbände mit Kohle und Eisenerz von Rotterdam ins Ruhrgebiet erforderten eine erhöhte Aufmerksamkeit von uns. Ca. 10 km vor Emmerich kamen uns Birga und Jörg in ihren Surfskis entgegen. Sie hätten von uns gehört und ihre Trainingsfahrt genutzt, um uns abzuholen und auf den letzten Kilometern zu begleiten, was für eine tolle Aktion! Sie trainierten für die Marathondistanzen und waren zudem richtig versiert, mit den offenen Surfskis in den Wellen der Schiffe zu spielen. Von ihnen erfuhren wir, dass die Schubverbände aus Rotterdam immer ganz rechts, d.h. von Rotterdam kommend nahe am linken Rheinufer fahren und mit den 2,5 bis 3,5 hohen Wellen für Kajakfahrer richtig gefährlich sind. Surfen könne man besser bei den leeren, stromabwärtsfahrenden Schubverbänden oder höchstens mit großem Abstand in der 10. Welle hinter den Schiffen!! Der Emmericher Kanuverein liegt ganz am Ende vom Industriehafen und ist über eine sehr hohe Treppe erreichbar, auf dem neuen Ponton konnten wir die Boote zum Glück zum Teil entladen. Von der Treppe abgesehen haben wir die Gastfreundlichkeit und das schöne Clubhaus genossen, für den Einkauf am Montagmorgen stand uns sogar ein Fahrrad zur Verfügung! 

Rhein Nordsee 2019 FähreGut versorgt paddelten wir am Montagmorgen an Emmerich vorbei und bei Flusskilometer 857,9 passierten wir die Grenze zu den Niederlanden. Nach weiteren 10 km erreichten wir die Gabelung, bei der wir den Waal links ließen und rechts in den Pannerdensch Kanaal paddelten. Nun lagen 12 km fast ganz ohne Strömung vor uns, dann gabelte sich der Kanal und links verließ uns der Neder Rijn und wir blieben rechts auf der Gelderschen IJssel. Der Schiffsverkehr wurde weniger, wenige Frachtschiffe und einige Sportboote begegneten uns, dafür war Vorsicht bei den Gier- und Seilfähren geboten. Die motorunterstützen Gierfähren waren an in der Mitte der IJssel verankerten Pontons befestigt und traversierten den Fluss, die Seilfähren zogen sich an ein im Fluss liegendes Seil von einem Ufer zum anderen. Wir warteten jeweils bis die Fähre angelegt hatte und paddelten dann zügig weiter. Die IJssel hatte, wie auch der Rhein Niedrigwasser, entsprechend wenig Strömung und die Ufer waren am ersten Tag in Holland oft von hohen Steinschüttungen geprägt. In der Nähe von Doeburg nach 52 Tageskilometern erreichten wir in einem Altarm den anvisierten Campingplatz, eine Familie aus Gelsenkirchen gestattete uns auf ihrem Terrain unsere Zelte aufzuschlagen und bot uns während des Regens sogar Unterschlupf in ihrem Vorzelt, damit wir unsere Nudeln kochen konnten.

Rhein Nordsee ZielAm Tag darauf ließen wir es etwas ruhiger angehen (47 km), zumal die Landschaft mehr Ausblicke erlaubte und der Flussführer uns im Yachthafen von De Scherpenhof neben einem gut angelegten Campingplatz auch ein subtropisches Schwimmbad und Sauna versprach. Leider erwies sich das Schwimmbad als wenig verlockend, weil uns beim Öffner der Tür eine derart heftige Chlorwolke entgegenkam, dass wir sofort wieder ins Freie flüchteten und die Sauna war 2 km entfernt.... L! Aber die Campingwiese war groß und nur am Rand mit Wohnwagen und Autos besetzt. Abends wurden für ca. 1 Stunde einige Jetskis zu Wasser gelassen, wir hatten offensichtlich Glück, dass es nicht mehr Wochenende war. Für den nächsten Mittwoch war – bis auf einige Schauern mit vereinzelten Gewittern – noch schönes Wetter vorausgesagt aber am Donnerstag sollte es den ganzen Tag regnen, deshalb beschlossen wir unsere Tour am Mittwoch zu beenden. Bis zur Mündung der IJssel ins Ketelmeer waren es noch 55 km, die sollten wir bis zum frühen Abend schaffen, so dass wir Doris anriefen und sie baten, uns schon am Mittwochabend abzuholen. Wir hatten mittels Google in Ketelhaven eine Rampe und ein Restaurant am Yachthafen gefunden und Doris die Andresse übermittelt.

Etwa gegen Mittag unseres letzten Paddeltages „knackten“ wir die 300 km und die Landschaft entsprach mehr und mehr unserem Klischeebild von Holland mit den ersten Windmühlen und Plattbodenschiffen...In Kampen lagen schon wieder richtig große Schiffe an der Promenade und auf den letzten 10 km bis zur Mündung der IJssel ins Ketelmeer kamen uns auch einige hochseetüchtige Frachter entgegen. Die Mündung war mit zwei großen Leuchtfeuern als Orientierung für die vom Ijsselmeer kommenden Schiffe markiert und für uns war mit dem Ketelmeer das Ziel erreicht. Dank Gabis kommunikationsstärke und Organisationstalent konnten wir nach dem Aus- und Aufladen der Boote und vor dem Abschlussessen mit Doris in dem in aller Hinsicht schönen Restaurant Lands End, noch kostenfrei die Duschen des Yachtclubs nutzen! Bei strömendem Regen fuhren wir zufrieden zurück und waren kurz nach Mitternacht wieder in Zündorf. Es war eine herrliche Tour mit vielen besonderen Eindrücken und der Erfahrung, dass unsere Kleingruppe hervorragend harmonierte, wir paddelten in etwa das gleiche Tempo, hatten gleiche Vorstellungen von den Übernachtungsplätzen und der Verpflegung und auch von der Länge der Etappen, vielen Dank an Gabi und Alex!

Matthias

 

Wildwassertour an der Steirischen Salza Juli 2019

Wildalpen 2019 SchluchtEs ist ein verregneter Samstagnachmittag, als die ersten Vereinsmitglieder mit Ihren PKWs den Campingplatz Wildalpen erreichen. Das Panorama ist beeindruckend und die Salza rauscht auf Höhe des Stellplatzes über den „Plöpp“. Eine Regenpause wird dankbar zum Aufbau der Vorzelte genutzt. Am Sonntagmorgen gegen ca. 6 Uhr erreichen dann die beiden Vereinsbusse den Campingplatz. Insgesamt sind somit 16 Erwachsene und 15 Kinder/Jugendliche mit 4 Übungsleitern und 3 Helfern im Alter von 12 – 81 Jahren wohlbehalten in den Wildalpen angekommen. Es dauert nicht lange bis alle Schlafzelte sowie das große Gemeinschaftszelt mitsamt Küchen-Equipment stehen. Man merkt: das ist eine gut eingespielte Truppe. Nun gibt es den ersten Kaffee des Tages und den notwendigen Schlaf. Gegen Mittag startet die ganze Truppe dann in Richtung Prescenyklause - zur ersten Paddeltour. Es sind 18 Kilometer bis zum Campingplatz Wildalpen, die in kleinen Gruppen zurückgelegt werden. Dabei reicht das Erfahrungsspektrum vom absoluten Neuling bis zum erfahrenen Paddler. Nach 12 Kilometern wird der Platterer Steg erreicht. Hier wartet schon Max mit Bus und Hänger, um die erste Gruppe der Paddler in Empfang zu nehmen. Die Boote sind rasch aufgeladen, während die zweite Gruppe schon auf dem Wasser in Richtung Campingplatz paddelt. Das Küchenteam servierte ein leckeres Abendessen und mit Blick auf die Salza ließ man den Abend gemütlich ausklingen. 

Am Montag wird ab 09:00 Uhr (inoffiziell ab 07:30 Uhr) gefrühstückt. Dann geht´s auf zum Paddeln. Für die eine Gruppe (v.a. Anfänger und Erwachsene) geht’s Richtung Prescenyklause, während die zweite Gruppe (v.a. Jugendliche) am Campingplatz in Richtung Erzhalden aufbricht. Stufen, Wellen, Steine (welche Freunde sind), Prallwände und Kehrwässer stellen die Paddler auf die Probe, aber der Blick in glückliche Gesichter zeigt, dass alle mit Spaß und Freude bei der Sache sind. Auch an diesem Abend – wie an den Folgenden – zaubert das Küchenteam einen kulinarischen Leckerbissen. 

 

Wildalpen 2019 PauseAm Dienstag startet eine Gruppe Erwachsener bei der 1. Brücke oberhalb von Greith in Richtung Klaus-Schlucht. Diese 12 Kilometer lange Strecke besticht durch ihre Abgeschiedenheit und Ruhe und eine wunderschöne Kiesbank, welche zur Mittagspause einlädt. Währenddessen absolvierten die Jugendlichen 6, 15 bzw. sogar 22 Kilometer ausgehend vom Campingplatz bis nach Fachwerk, Erzhalden bzw. bis zum Stausee. Selbst nach dem Abendessen fand so manche/r noch die Kraft zum Üben auf dem Abschnitt vorm Gemeinschaftszelt – sei es im Kajak oder auf einem der beiden SUPs. Dabei wurde vom Land aus mitgefiebert und angefeuert.

 

Der Höchstleistung vom Dienstag eiferten am folgenden Tag alle nach und die gesamte Gruppe absolvierte am Mittwoch die 22 Kilometer lange Strecke bis zum Stausee. Auf der Strecke wurde fleißig geübt und trainiert, Wellen, Kehrwässer, Verwirbelungen und Pilze bezwungen, Steine umfahren, die beste Linie gesucht (und zumeist auch gefunden), Paddel getauscht und ausprobiert, Kentern und Rollen geübt, schwierige Stellen mit Wurfsäcken abgesichert, Fische beobachtet und viel gelacht und gequatscht, während die Sonne das Wasser glitzern ließ. Ein paar Mutige nutzen die Mittagspause für tollkühne Sprünge aus knapp 4 Metern Höhe in die doch recht frische Salza. Nach den Tagen mit vielen Streckenkilometern, ließ man es am Donnerstag etwas ruhiger angehen und nutzte die 6-Kilometer-Strecke vom Platterer Steg zum Campingplatz zum Üben und Spielen. So manche/r verbachte den Tag auf dem Parcours am Campingplatz, der auch abends – teilweise bis spät in den Abend hinein – noch Paddler aufs Wasser lockte. Am Freitag fuhr eine große Paddelgruppe erneut die Strecke vom Platterer Steg bis zum Stausee, während eine kleine Gruppe Erwachsener ein Techniktraining auf dem Parcours am Campingplatz absolvierte. 

 

Wildalpen 2019 HWBach

Wie hoch unsere Paddler/Innen motiviert sind zeigte sich zum Beispiel darin, dass Küchen- und Spüldienste getauscht wurden, um paddeln gehen zu können, das Restlicht des Tages (bis knapp vor den Einsatz einer Stirnlampe) dazu genutzt wurde, die eigenen Fähigkeiten weiter zu verbessern und auch am Vormittag des Abreisetages nochmal die 6 Kilometer lange Strecke vom Platterer Steg bis zum Campingplatz befahren wurde. Als dann am Samstag alle wieder an Land waren, wurden gemeinschaftlich die Zelte abgebaut, die Sachen verstaut und die Boote verladen. Den ultimativen Abschluss unserer Fahrt stellt der Besuch im "Gasthaus zum Krug" dar. Hier kam das leibliche Wohl nicht zu kurz, ob beim Hauptgang oder beim gemeinschaftlichen Kaiserschmarrn. So traten wir gestärkt die Heimreise nach Köln an. Es war eine wunderschöne und erlebnisreiche Woche. So manche Erwartungen wurden übertroffen und allen ist klar: Wildwasser fahren macht riesig Spaß. Und diese tolle Gruppe auch. Eine gelungene, gesunde Mischung aus erfrischend unkomplizierten, hilfsbereiten Kindern und Jugendlichen und engagierten, jung gebliebenen Erwachsenen. 

Alexandra Knorr & Gabriele Kohler

Zitterpartie auf der Peene

Am letzten Junitag begann unser Peene- und Achterwasserabenteuer. Wir starteten in Malchin am Kumerower See und waren die erste Nacht beim Malchiner Kanuclub zu Gast, einer sehr gepflegten Anlage mit direktem Zugang zur Peene. Ansonsten gibt es über Malchin nicht viel zu berichten, außer dass es brütend heiß war (36 Grad). Die Stadt wirkte wie ausgestorben, fast wie eine Westernstadt. Fehlten nur noch der Wüstenwind, der Staub und der unvermeidliche Dornbusch, der über die Hauptstr. trieb. Ach ja und Gray Cooper (der Sheriff), aber der hatte gerade hitzefrei. Waren auch keine Bösewichter zur Stelle, nur ein Schlagersänger auf dem Marktplatz, der versuchte mit seinen computergereimten Liedchen Stimmung zu machen. Aber das nahmen wir in Kauf, da die einzige Eisdiele ebenfalls dort war.

Am nächsten Tag ging es recht früh los über den Kumerower See. Die Temperaturen waren krass gefallen, nach dem Sonntag gab es in den nächsten zwei Tagen einen Temperatursturz von fast 20 Grad. Das brachte uns ganz schön zum Zittern und bescherte uns auf der Peene die nächsten Tage ordentlich Rückenwind.
Trotz des auffrischenden Windes (oder vielleicht gerade deswegen) kamen wir flott über den Kumerower See. Zur Belohnung gab es dann in Sommershof ein Stück Apfelkuchen. Danach ging es weiter um den See bis zur Einmündung in die Peene. Dort war unser Nachtquartier in Aalbude.

Ein Blick zurück am nächsten Morgen zeigte uns den Kumerower See voller Schaumkronen. Gut, dass wir da schon drüber waren. Der Hafenmeister bestätigte uns, dass der See für seine fiesen kleinen und brechenden Wellen berüchtigt war. Auf der Peene war das zum Glück kein Problem, in den nächsten Tagen sollte uns aber der Rückenwind erhalten bleiben. Dieser Abschnitt des Flusses zeichnete sich vor allem durch viel Schilf und später ein wenig Waldufer aus. Danach durch Demin, eine ziemlich unspektakuläre Kleinstadt, leider ohne Anlandemöglichkeiten, so dass wir keine Gelegenheit hatten, ein paar Schmankerl einzukaufen. Unser Tagesziel war Penzin, eine alte Fährstation. Die Fähre steht noch an Land und ist ab und zu die Bühne für das örtliche Schalmeienorchester. Der Dorfgasthof war riesig und ein lokaler Hotspot, zum einen wegen der leckeren Schnitzel und zum anderen, da dort regelmäßig die Dorfdisco abgehalten wurde.

Am nächsten Morgen ging es dann in aller Ruhe über Loitz nach Alt-Plestin, eine kurze Etappe mit Fischbrötchen-Pause beim Hafenmeister in Loitz. Von Loitz haben wir außer dem Supermarkt, einem Altenheim, einer Tagespflege und einem Party-Service (geriatrisches Event-Catering für die dritte Lebenshälfte) nicht viel gesehen. In Alt-Plestin war dann ausnahmsweise mal richtig was los, ein halbes Duzend Paddler und jede Menge Hausbootkapitäne, die nicht anlanden konnten.
Die letzten beiden Etappen führten uns von Alt-Plestin über Gützkow nach Anklam. In Gützkow haben wir beim lokalen Paddelclub übernachtet, ein wenig abseits von der Peene an einem alten Torfkanal. Der Platz war nett, nur leider gab es auch einen Krawallschnarcher. Habe Susanne extra geweckt, damit sie aufhört zu sägen, nur leider war sie es gar nicht; danach war sie sauer, weil sie ob des Geschnarches im Nebenzelt nicht mehr einschlafen konnte.

Im Anklam, an der Einfahrt zum Peenestrom, holte uns dann der Wind wieder ein und wir beschlossen das Wochenende Pause zu machen, das Auto nachzuholen, die Kajaks aufzuladen und die nächste Etappe nach Lassan nicht zu paddeln. Nur leider hatte der Wind gar nicht vor abzuflauen. Wir sind dann zwar am Montag noch tapfer gestartet in der vagen Hoffnung, uns mehr oder weniger am Ufer entlang mogeln zu können, aber leider gab es überall weit ins Achterwasser reichende Stellnetze, die umpaddelt werden wollten. Irgendwann haben wir dann entnervt aufgegeben und uns für die nächsten Tage auf Sightseeing vom Auto aus verlegt. So haben wir wenigstens noch Peenemünde und Greifswald zu sehen bekommen. Die letzten zwei Tage hatte sich der Wind dann verausgabt und wir konnten zum Abschluss das östliche Achterwasser noch bei Tagestouren erkundigen.

Ansgar

 

Peene und Achterwasser 4

Peene und Achterwasser 48

Peene und Achterwasser 88

Peene und Achterwasser 70

Peene und Achterwasser 40

Peene und Achterwasser 48

 

Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies).
Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.