Wildwasserfreizeit in Obervellach 2018

Möll 2018 WanderungMöll 2018 LeanderNachem der Wasserstand der Soca das Paddeln im Hitze-Record-Jahr 2018 unmöchlich machte, wurde als neues Ziel für die Herbstfahrt die Möll auserkoren.

Freitag, 12.10.2018   Alle Paddler treffen sich am Bootshaus und packen die Sachen zusammen in die Busse und laden die Boote auf die Hänger. Danach geht es auch schon los! Müde fahren wir in die Dunkelheit hinein. Wir hatten Glück, da wir nicht in dem Bus mit den zwei großen Musikboxen saßen – dort sind sie bestimmt nicht zum Schlafen gekommen.

Samstag, 13.10.2018   Am nächsten Morgen wachen diejenigen, die überhaupt geschlafen haben, auf. Manche essen auch schon ihre selbst mitgebrachten Brötchen. Endlich angekommen baut jeder sein Zelt auf bzw. bezieht seine Hütte und legt sich schnell wieder hin – na ja, nicht alle ;-) 

Heute sollte es auch schon mit paddeln losgehen, war ja klar – was sonst!? Nach einem gemütlichen Frühstück treffen sich alle auf dem Wasser und paddeln erst am Campingplatz (spielen in der Welle) und dann vom Campingplatz bis zum Stausee (früher Ausstieg). Es wurde Kehrwasser fahren trainiert oder einfach nur mit der Strömung flussabwärts gefahren. Es hat an sich Spaß gemacht, nur leider hatten wir nur sehr wenig Wasser, so dass aus dem Paddeln ein „über die Steine rutschen“ wurde. Bei einem so niedrigen Wasserstand sollte es eigentlich auch nicht aufs Wasser gehen. Nachdem wir mit den Bussen wieder am Campingplatz angekommen waren, gab es erst einmal warmes Essen! Beim Essen wurden auch schon die Paddelpläne für morgen ausdiskutiert. Nun meldeten sich schon die Ersten (freiwillig oder auch nicht) zum Spüldienst. Als es endlich dunkel wurde, wurde es Zeit das Lagerfeuer zu entfachen, manch einer zog sich aber lieber in den Gruppenraum zurück. Es wurde gespielt, geredet und sich aufgewärmt. Langsam gingen die Ersten zu Bett, nach einem anstrengenden und schönen Paddel- und Fahrtag.

Möll 2018 MarlenaMöll 2018 FlorianSo. 14.10.2018   Müde stehen die Ersten auf und machen sich daran das Frühstück vorzubereiten. Heute ist geplant den gleichen Flussabschnitt der Möll erneut, nur eben mit mehr Wasser zu paddeln.  Fehlanzeige - am Sonntag lässt das Kraftwerk kein Wasser ab. Planänderung, Paddeln wurde auf „am Campingplatz in der Welle spielen“ beschränkt. Heute entdecken manche auch den Motorikpark Mölltal. Das ist ein großer Spielplatz mit Balancierstangen verschiedenster Art. Außerdem wurde kurzerhand als Alternativprogramm eine Wanderung geplant. Mit den Bussen fuhren wir in die Berge (hoch nach Mallnitz ins Seebachtal), dort begann die Wanderung. Ende der Wanderung war ein großer, atemberaubender Wasserfall, den aber nicht alle von nahen sahen, denn dazu musste man noch ein bisschen weiter klettern/wandern. Außerdem fuhren wir kurz danach noch in ein Informationscentrum, dort erfuhren wir weiteres über die Berglandschaft und die dort lebenden Tiere. Als alle wieder am Campingplatz waren und sich satt gegessen hatten, begann ein weiterer schöner Abend zwischen der Möll und den Bergen!  (Marlena N.)

15.10 .2018    Jetzt war schon Montag. Es ging früh aus den Betten und Zelten. Denn wir fuhren nach oben zum Kraftwerk. Von dort sind wir runter zum Stausee gepaddelt. Das hatte viel Spaß gemacht und das Wildwasser war aufregend. Am Ziel deponierten wir trockene Sachen zum Umziehen. Nach dem Umziehen haben wir die Boote aufgeladen und sind wieder zum Campingplatz in Obervellach gefahren. In Obervellach gab es eine kleine Stärkung. Und dann war der Tag auch schon vorbei.

16.10.2018   Es war Dienstag. Wer wollte, konnte früh aufstehen oder auch etwas länger schlafen. Die, die früh aufgestanden sind, sind vom Kraftwerk zum Stausee gefahren. Und die anderen paddelten vom Camping Platz aus zum Stausee, wo die trockenen Sachen auf uns warteten. Nun ging es wieder nach Obervellach. Dort konnten wir uns ausruhen, kochen oder etwas anderes machen. Nach ein paar Stunden gab es Abendessen und dieser schöne Tag war schon zu Ende.

Isel oben 2018Isel 2018 17.10.2018   Der Mittwoch wurde angebrochen. Heute konnte man wieder aussuchen, ob man von oben, vom Kraftwerk aus, paddelt und man dafür früher aufsteht oder ob man länger schläft und vom Campingplatz aus zum Stausee fährt. Das hat sehr viel Spaß gemacht, denn heute war mehr Wasser auf der Möll und die Wellen waren höher. Während wir paddelten, fuhr ein Erwachsener mit einem Bus runter zum Stausee, damit wir dort trockene Sachen hatten. Als wir dann wieder am Campingplatz waren, ruhten wir uns aus und aßen zu Abend. Danach konnte man entscheiden, ob man zum Lagerfeuer geht oder etwas anderes macht. (Esther F.)

Am Donnerstag sind wir zur Isel gefahren etwa 50 km entfernt vom Campingplatz.

Wir sind erst nach Lienz an den Ausstieg gefahren und haben uns den letzten Schwall angeguckt. Dann haben wir uns dort umgezogen und sind mit den Bussen hoch zum Einstieg an die Mündung vom Kalserbach gefahren. Um ans Wasser zu gelangen, mussten wir einen kurzen, felsigen Abhang hinunterklettern. Wir sind in Gruppen nacheinander losgefahren. Das Wasser war leider nicht so klar durch kleine Steinpartikel, deswegen konnte man die Steine unter Wasser nicht gut sehen. An Steinen und flachen Stellen hat es dort nicht gemangelt. Auf der Strecke gab es drei Stellen, die wir um tragen mussten. Es waren „Blockwurfwehre“. Es wurde auch ein Boot beschädigt, weil dort so viele Steine lagen. Das Wildwasser wechselte zwischen Stufe zwei und Stufe vier. Der letzte Schwall war eher Stufe drei. Insgesamt waren es 20 km.

Am Freitag gab es die Wahl zwischen früher aufstehen und von 9 km weiter oben zu fahren oder später aufzustehen und vom Campingplatz, mit denen die von oben gefahren sind, bis zum Stausee zu fahren. Vom Campingplatz bis zum Stausee waren es 11km. An der oberen Strecke gab es eine Slalomstrecke, die etwas wilder war, aber sonst war die obere Strecke langweilig. Die untere Strecke war zwar nicht so wild, wie die Slalomstrecke, aber es gab mehr Wildwasser mit schönen Wellen. Am Abend waren wir noch im Restaurant „Himmelbauer“. Dort gab es leckeres Essen. Am Samstag sind wir um 8 Uhr wieder Richtung Köln losgefahren. Wir sind 10 Minuten mit einem Autozug durch einen Berg gefahren. (Tauern) Das hat 70 km gespart, zwischendurch haben wir bei McDonalds zu Mittag gegessen. Um ca. 19:30 waren wir wieder am Bootshaus. (Leander K.)

Loch Morar in Schottland

Ein herrlicher Paddeltag auf Loch Morar an der Westküste Schottlands (18 km) –
Kanu-Club Zugvogel Blau-Gold Köln e.V. trifft Mallaig District Canoe Club (MDCC)

Am 12.08.2018 verbrachten wir einen herrlichen Paddeltag auf Loch Morar mit Joan, Tony, Elizabeth, Steve und Iain vom Mallaig and District Canoe Club (MDCC). Irgendwann während einem unserer Urlaube in Arisaig an der schottischen Westküste fanden wir heraus, dass es vor Ort auch einen Kanuverein gibt. In diesem Jahr schafften wir es dann endlich, rechtzeitig vor dem Urlaub Kontakt aufzunehmen und uns zum gemeinsamen Paddeln zu verabreden. Die für den 12.08.2018 vorgesehene Fahrt auf Loch Morar bot eine gute Gelegenheit zum gemeinsamen Kennenlernen und Paddeln. Wir sind in den vergangen Jahren schon viele Touren in der Gegend um Arisaig gepaddelt und hatten dabei Lust bekommen, uns mit Paddlern auszutauschen, die dort leben. Wir wollten die Gegend gerne noch besser kennenlernen und unsere Freude am Paddeln in dieser wunderschönen Natur mit gleichgesinnten Paddlern teilen.

Da Nichtmitglieder an den Vereinsfahrten aus versicherungstechnischen Gründen nicht mitfahren dürfen, entschieden wir uns schnell, Mitglieder zu werden. Wir hatten darüber schon früher nachgedacht und jetzt war es also soweit. Gleich nach unserer Ankunft bezahlten wir unseren Mitgliedsbeitrag bei Sheila, die gar nicht weit entfernt von unserem Campingplatz wohnt. Wir waren in der Vergangenheit schon oft an ihrem Haus (nur) vorbei gefahren und hatten die Kajaks dort gesehen. Es gab aber keinen Hinweis auf den Kanu-Club und deshalb dachten wir, dass die Kajaks zum örtlichen Anbieter für Kanutouren gehören. Da wir am 10.08.2018 schon zu unserer ersten Paddeltour bis zum 11.08.2018 von Loch Shiel nach Loch Moidart und bis zum Ausstieg in Inverailort aufbrachen, versorgte Joan uns währenddessen per Email mit allen nötigen Infos zu Uhrzeit, Treffpunkt und Einstieg für die gemeinsame Paddeltour am Sonntag. Nach unserer Rückkehr am Samstag hatten wir so alle Infos für den nächsten Tag zur Hand. Sie schlug vor, dass wir in Bun an loin einsetzen und am Nordufer entlang zur Insel Brinacory paddeln, dort Loch Morar zum Südufer überqueren und – mit einem Zwischenstopp bei den „magischen Inseln“, wie Joan sie nennt – zurück zum Einstieg paddeln. Der Wetterbericht sagte leider Wind und Regen voraus, aber für unsere schottischen Mitpaddler waren der Wind und die Wellen „nur zusätzlicher Spaß“.

Am Sonntagmorgen trafen wir also die anderen am Einstieg in Bun an loin am Nordufer von Loch Morar und wurden sehr herzlich empfangen. Joan beginnt ihre Touren immer mit einer Süßigkeit und so bekamen wir erstmal alle ein Werthers Echte – ein netter Start. Wir sind fest entschlossen, dieses Ritual zu übernehmen. Nach 4 km gegen Wind und Regen legten wir die erste Kaffeepause ein. Eine gute Gelegenheit, unserer Mitpaddler etwas näher kennenzulernen. Alle stellten sich uns kurz vor und versorgten uns mit vielen Infos über Loch Morar, die umgebende Natur und dort anzutreffenden Tiere und weitere Paddeltouren in der Gegend. Der „andere“ Iain aus Schottland war sogar morgens um 6 Uhr zuhause aufgebrochen und 160 Meilen (256 km) mit seinem Auto gefahren, um mit zu paddeln. Ich bin mir sicher, dass diese Leidenschaft fürs Paddeln etwas mit seinem Vornamen zu tun hat. Denn „unserem“ Iain würde ich das auch zutrauen. Wir waren auch vom Design seines – des „anderen“ Iains - Kajaks sehr angetan (siehe Foto).

Die nächste Etappe führte uns um die Insel Brinacory und wir querten Loch Morar zur anderen Seite, wo wir an einem schönen Strandabschnitt die nächste Kaffeepause einlegten. Joan und Tony waren überrascht, dass wildes Zelten in Deutschland nicht verbreitet und meistens verboten ist. Sie waren sich einig, dass sie kein Hotel bräuchten, sondern nur einen Tee Shop. Das finden wir auch, auch wenn es diesmal leider keinen Tee Shop gab. Nachdem wir auf die „magischen Inseln“ Kurs genommen hatten, konnten wir dort sogar einen Seeadler (auch Weißschwanzadler genannt – Dank an Tony für die Erklärungen) für geraume Zeit von Nahem beobachten. Steve hat tolle Bilder von ihm gemacht - danke für die Erlaubnis, sie zu veröffentlichen.

Es war toll, zwischen den Inseln zu paddeln, sie einmal aus der Nähe zu erkunden und die tatsächlich etwas verwunschene, wilde Natur zu genießen, eine abgeschiedene Welt für sich – und der Schutz vor dem Wind tat ebenso gut. Bislang waren wir immer nur in einiger Entfernung an den magischen Inseln vorbei gepaddelt, ohne zu wissen, was wir verpassen. Von den Inseln war es nur noch eine kurze Paddelstrecke zurück zur Einsatzstelle.

Wir hatten in wunderbarer Gesellschaft einen tollen Paddeltag trotz des usseligen Wetters. Das Wort usselig dürfte in etwa dem schottischen Adjektiv dreich für regnerisches, graues und windiges Wetter entsprechen, mit dem Joan unseren schottischen Wortschatz sehr bereichert hat. Wir hoffen, dass wir im nächsten Jahr wieder zusammen paddeln können und freuen uns sehr über das tolle Angebot, dass wir selbst Tourenwünsche für unsere Urlaubszeit äußern können und der MDCC sie in seinen Fahrtenkalender aufnimmt, damit wir in guter Gesellschaft und unter ortskundiger Leitung mitpaddeln können. Wir werden auf jeden Fall wiederkommen. Ich habe versprochen, dass ich einen Bericht über die gemeinsame Fahrt für unsere Intern schreiben und dem MDCC eine Kopie schicken würde – hier ist er.

Cheers!

Petra

Steirische Salza, Wildalpen 2018

SalzaEindrücke von der Tour nach Wildalpen, aus der Sicht eines erstmaligen Wildwasserpaddlers

Es ist 5 Uhr morgens an einem Sonntag in Österreich. Hinter uns liegen 900 Kilometer und 13 Stunden Autobahn Fahrt. Der grad erreichte Campingplatz in Wildalpen liegt noch verschlafen im Nebel des Morgens da. Die Salza rauscht mit ihrem kalten Wasser neben uns her, während wir mit dem Aufbau des Camps beginnen. Schnell stehen die ersten Schlaf-Zelte, dann wird das große Küchen- und Gemeinschaftszelt aufgebaut. Es folgen Einweihung der Küche und anschließender Schlaf. 

P1010898P1020003Am Nachmittag dieses Tages entladen Kieran und andere motivierte Kanuten die Anhänger der Busse um an den „Haus-eigenen“ Wellen zu spielen. Diese fallen allerdings etwas schwach aus, da dieses Jahr die Salza unter Niedrigwasser leidet. Für die Spieler ist dies etwas ärgerlich, für mich als erstmaligen Wildwasserpaddler gar nicht so schlecht. 

Ich nutze diesen Nachmittag dazu erstmals „traversieren“ und „einschlingen“ zu üben, was die Basics für das Befahren eines Wildwasser Fluss sind. Gar nicht so leicht. Als Matthias dann mit Florian und anderen die 16 km Tour von Wildalpen nach Erzhalden startet lehne ich jedoch ab. Ich bin bereits zu diesem Zeitpunkt mehrere Male geschwommen und gönne mir etwas Schlaf. Meine erste Tour kommt bald genug. 

Am nächsten Morgen wird ab halb 9 gefrühstückt, die Küche ist bestens ausgestattet. Nach der Stärkung fahren wir flussaufwärts, um an der Prescnyklause zu starten. Der Wasserpegel ist auch an diesem Flussabschnitt nicht über der Niedrigwassermarke. Die 17 km lange Fahrt fällt daher eher entspannt aus. Man kann bestens die wunderschöne Natur um einen herum genießen. Ich verbringe meine erste Tour in der kleinen Gruppe mit Leander Tim und Ulli, welche mir tüchtig helfen die Techniken weiter zu erlernen und verinnerlichen. Sie müssen mir jedoch trotzdem öfters aus dem Wasser helfen. Nach einem langen und schönen Kajak Vormittag, wird abends wieder entspannt gekocht und zusammengesessen.

Die nächste Tour wird für mich deutlich schwerer: von Wildalpen bis zum Stausee. 27 km mit ein paar Walzen und schnelleren Passagen. Als wir vom Campingplatz aus starten bin ich definitiv aufgeregt. Auch an diesem Tag werde ich noch einige Male in das kalte Wasser fallen, was aber dank meiner Neopren Ausrüstung halb so wild ist. Wild ist allerdings die Salza, welche mir und allen anderen ordentlich Spaß macht!

In den folgenden Tagen verbessere ich meine Kajak Fähigkeiten immer weiter. Vormittags Kajak Tour, gegen Nachmittag im Camp essen und danach wieder auf den Fluss. So lässt sich das Leben genießen. Am Campingplatz versetzen die Profikicker Mahmoud, Thea und Ziad so manchen ins Staunen. Abends wird noch Feuer gemacht und beisammengesessen.

IMG 2474Als wir am 21.7. die Rückreise antreten, liegt eine Woche hinter uns in der man sich gut kennengelernt hat, viel in der Natur und auf der Salza unterwegs war, und natürlich viel Kajak gefahren ist. Ich als Anfänger hatte sehr, sehr viel Spaß an der ganzen Sache, und hab mich gefreut wie nett man aufgenommen und integriert wurde. Am Tag unserer Abreise besuchen wir noch den Gasthof Zum Krug in Hinterwildalpen. Frisch gestärkt machen wir uns auf den Rückweg nach Köln. Vielen lieben Dank an alle die dabei waren und besonders an Matthias, ich werde gern wieder mitkommen!

Florian Bachmann

Dänische Südsee 2018

dän. Südsee 2018 GruppeIn diesem Jahr war es wirklich fast wie in der Südsee, die Inselgruppe zwischen Als und Fünen mit ihren vielen kleinen beschaulichen Inseln bescherte uns Ende Juli eine traumhafte Woche in unseren Seekajaks. Karen, Christian, Uli, Matthias und Thomas starteten von Campingplatz in Mommark und querten 12 km zur Insel Aerø, paddelten nach Strynø und dann zum schönsten Hafen der Inselgruppe Drejø, weiter über Avernako nach Søby auf Aerø und wieder zurück zum Ausgangspunkt auf der Insel Als. Die Ostsee war in diesem Jahrhundertsommer recht warm, an den seichten Stellen 25 Grad und mehr. Zum Glück blies an einigen Tagen ein frischer Wind und wir hatten nicht nur etwas Abkühlung, sondern auch unseren Spaß in den Wellen.  

Wir genossen jetzt schon zum 2. Mal die wunderbar entspannte Atmosphäre auf diesen dänischen Inseln und das unkomplizierte Übernachten auf den Shelterplätzen und in den kleinen Jachthäfen. Diese Plätze sind eine Besonderheit in der Region, z.T. gibt es kleine Holzhütten, die gemietet werden können. I.d.R. gibt es ein Plumpsklo und auch Wasser. Die Shelter werden im Sommer von Wanderern und Radfahrern genutzt. Unsere Tagesetappen lagen zwischen 20 und 35 km, inges. sind wir an den 5 Paddeltagen 125 km gepaddelt. Wir haben uns selber verpflegt, jeder hatte eine Mahlzeit geplant und die Zutaten im Boot, lediglich Milch, Brot, Gemüse und ab und zu ein Bier wurden in den kleinen Läden auf den Inseln hinzugekauft. Überraschender Weise gab sehr unterschiedliche Gerichte, wir wurden mit den klassischen Nudeln, Kartoffeln, mit Reis, Sonnenweizen und Polenta beköstigt!

dän. Südsee 2018 Steeg

dän. Südsee 2018 Zelte

In Marstal an der Südspitze von Aerø gibt es einen Kanu-Club, den wir als Pausenstelle auserkoren hatten. Der Club hatte einen neuen Steg, nicht nur mit gummigepolsterten Rändern sondern in der Mitte auch eine Gasse mit einer perfekten Griffstange für den Seniorenausstieg. Die Rolle am vorderen Ende des Ausstiegs ermöglichte es das Kajak sehr komfortabel auf den Steg zu ziehen. Wenn wir mal einen eigenen Steg bauen sollten, wäre dies sicher eine gute Vorlage!

Der alte Haven von Drejø bietet alles, was unser Paddlerherz erfreut: einen bequemen Ausstieg an der Rampe, eine schöne Zeltwiese, direkt am Wasser, Toiletten und Duschen, Sitzgelegenheiten draußen und einen alten Bootsschuppen mit Aufenthaltsmöglichkeit bei Regen und einem Kühlschrank mit preiswertem Bier! Für 30 Dänische Kronen pro Person und Nacht (ca. 4,50 €) konnten wir den Komfort genießen! Von Drejø paddelten wir an der Westküste von Avernako entlang und entschieden uns noch für die Überfahrt nach Soby auf Aerø, wir übernachteten am Hafen, am nächsten Tag fanden wir den kleinen sehr schönen Campingplatz von Soby an der Westküste!

Bilder: Christian und Matthias

Himmelfahrt 2018 und das schwarze Loch

Chri. HF. 2018 MichaelAm Dienstag vor Himmelfahrt trafen sich sieben Zugvögel ( Matthias, Johannes, Christian, Franz, Tobias, Michael und Alexander ) und ein Gast ( Nico ), um in die Schweiz zum Vorderrhein aufzubrechen. Nach einer entspannten Fahrt kamen wir mitten in der Nacht auf dem Zeltplatz Carrera in der Nähe von Ilanz an. Die Paddler wurden nach einer kurzen Nacht von der Morgensonne und einem wunderbaren Ausblick auf die Berge begrüßt. Während des Frühstücks bekamen wir dann die ( erwartete ) schlechte Nachricht, dass wir mit unseren Zelten umziehen müssen, da wir nicht auf dem richtigen Platz standen. Wir hatten jedoch nicht erwartet, dass dies das Mannschaftszelt einschloss. Leider existieren hierzu keine Fotos, aber ich kann versichern, dass es ein interessanter Anblick ist, wenn ein Mannschaftszelt quer über einen Zeltplatz ( und einen Berg hinauf ) getragen wird!

Nachdem wir diesen Umzug erfolgreich gemeistert hatten, ging es zum ersten Mal auf den Vorderrhein von Ilanz bis nach Reichenau. Nach einer kleinen Vorbesprechung ging es auf den Fluss und ich bildete zusammen mit Michael das Schlusslicht. Als wichtigste Lektion des Tages lernte ich sofort, dass ich den Fluss die Arbeit machen lassen sollte und ruhig, ohne Hektik und Kraft paddeln sollte. Es sollte jedoch eine Weile dauern, bis ich wirklich ruhig wurde und nicht mehr der Meinung war, dass ich bei jeder größeren Welle gleich schwimmen werde. Genauer gesagt dauerte es bis zu meiner ersten Querfahrt über einen Stein mit anschließender erster Rolle auf einem Wildwasserfluss. Es gibt doch wirklich nichts besseres, um die Nerven zu beruhigen, als eine erfolgreiche Rolle. Aus diesem ( und keinem anderen ) Grund wiederholte ich die Rolle an dem Tag noch weitere sechs Mal. Mein persönliches Highlight an diesem Tag war jedoch das schwarze Loch, wo wir alle ausstiegen und uns eine gute Linie suchten. Zu meiner nicht geringen Überraschung schaffte ich es die Linie gut zu treffen und kam dadurch sehr entspannt an dem schwarzen Loch vorbei. Gegen Ende der Strecke gab es noch einige Überraschungen, die sich eigentlich mit einem Wort zusammenfassen lassen: Pilze! Wir wurden mehrfach meterweit über den Fluss geschoben. Nach diesem ersten erfolgreichen und spaßigen Paddeltag ging es dann zurück zum Zeltplatz, um uns zu stärken und ( zumindest in meinem Fall ) früh schlafen zu gehen, um den Schlaf vom vorherigen Tag nachzuholen.

Chr. HF 2018 HannaAm nächsten Tag paddelten wir, nun mit neun Leuten ( Hanna war in der Nacht angekommen), wieder den Vorderrhein, aber etwas weiter oben, nämlich von Cumpadials nach Tavanasa. Schon vorher sagte man mir, dass der Flussabschnitt gänzlich anders ist, als der vom Vortag, nämlich deutlich mehr Steine und flacheres Wasser. Ich gab mir Mühe der Linie zu folgen, die Franz vor mir fuhr, aber ich hatte mehr als einmal das Gefühl, dass ich die Steine eher suchte ( und fand ) als zwischen ihnen hindurchzufahren. Dies machte den Tag für mich deutlich anstrengender als den Vortag, da man sich deutlich mehr konzentrieren musste. Am Schluss der Strecke ging es noch einen Katarakt hinunter. Dort stiegen wir erst einmal aus und suchten uns eine gute Linie. Ich war froh über die Verschnaufpause, die Tipps und die Tatsache, dass ich fünf mal zuschauen konnte, wie gefahren wurde, bevor ich selber fuhr. Ich kam auch gut runter, wenn man von einer kurzen Rückwärtsfahrt und zu frühem entspannen mit anschließender Rolle mal absieht. Wir entschieden uns die Strecke am nächsten Tag direkt noch einmal zu fahren. Dieses Mal hatten wir etwas weniger Wasser, was es einfacher machte den Weg durch die Steine zu finden, da wir weniger Wucht hatten und die Steine auch deutlich besser zu sehen waren.

Am vorletzten Paddeltag ging es zum Hinterrhein und zur anspruchsvollsten Strecke der Tour. Wir hatten relativ wenig Wasser, so wenig, dass es zwischendurch die Befürchtung gab, dass wir gar nicht fahren können. Es reichte jedoch und wir bildeten, wie schon am Vortag, drei Gruppen, damit die Kehrwässer nicht so überfüllt sein würden. Zusammen mit Christian und Michael bildete ich die letzte Gruppe. Wir fuhren häufig auch sehr kleine Kehrwässer an und rotierten auf diese Weise die Reihenfolge, damit jeder Mal vorfahren und seine eigene Linie suchen konnte. Auch deshalb war ich über den niedrigen Wasserstand und die zwei Tage vorher sehr froh, denn sonst hätte ich wohl weniger Spaß gehabt. Gegen Ende führte der niedrige Wasserstand dazu, dass wir, bis auf Tobias, eine Stelle umtragen mussten, da sie extrem verblockt war. Ansonsten war der Hinterrhein schön zu befahren, auch wenn sich der eine oder andere mehr Wasser gewünscht hätte, aber wir kommen ja bestimmt noch mal wieder!

Chr. HF 2018 JohannesAm Ende fuhren wir noch einmal die Strecke vom ersten Tag. Dieses Mal hatten wir merklich weniger Wasser, was ( fast ) die gesamte Strecke einfacher machte. Deshalb entschieden wir, dass wir am schwarzen Loch nicht aussteigen mussten, sondern so wie am ersten Tag fahren können. Nachdem die ersten gefahren waren und anscheinend alles geklappt hatte ( das Ziel war durch die letzte Kurve nicht einsehbar ), fuhr auch der Rest und bekam schnell die Antwort auf die Frage, warum so nah an der Felswand entlang gefahren wurde. Am Ende wurde man nämlich regelrecht Richtung Felswand gedrückt und kam in sehr unruhiges Wasser. Dies führte dann auch zu zwei Schwimmern und dazu, dass wir die zwei Boote erst recht spät rausbekamen. Glücklicherweise waren an dem Tag auch noch Rafter unterwegs und brachten unsere Schwimmer zu ihren Booten. Die restliche Strecke war dann wieder entspannter als am ersten Tag und war ein schöner Abschluss des Urlaubes, der in mir Lust auf mehr geweckt hat. Ich freue mich schon auf die nächsten Wildwasserurlaube!

Text: Alexander  Bilder: Matthias

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