Eine Wintertour von Koblenz nach Köln

Von Koblenz-Vallendar über den KC Unkel  nach Köln-Porz

14. – 15.12.2019

Alexander Köwitsch: Shuttlebunny

Christian Mörchen, Ansgar Birrenbach, Florian und Uli Bischofs, Barbara Kirch, Lars Everding, Eva Cott

Trotz des Konsens, eingeschliffene Rollenmuster zu hinterfragen, wird sich im weiteren Verlauf des Berichtes zeigen, warum in unserem speziellen Falle es zum Schaden aller gewesen wäre, diese in Gänze aufzugeben.

Bevor wir starten konnten, musste erst ein kritischer Blick unter die Motorhaube des Vereinsbus` geworfen werden, um einige Birnchen zu überprüfen und auszutauschen. Das zeitraubende Umsetzen konnten wir uns diesmal sparen: Alexander übernahm klaglos die Rolle des Shuttlebunnys und kutschierte uns bis vor die nördlichen Tore Koblenz`, wo wir in Vallendar mit unseren  Vorbereitungen für eine zweitägige Tour begannen, die uns über den KC Unkel wieder nach Köln führte.

So grenzt es doch immer wieder an ein kleines Wunder, dass die vielen bunten Säcken, die wie nach einem Unfall mit einem Mülllaster verstreut um die Boote herum liegen, doch ihren Platz unter den Lukendeckeln finden. Die größte Herausforderung dürfte das Verstauen zweier Geigenkasten großer Keksdosen in Barbaras Boot dargestellt haben.

Rhein12.19.Nussecken

Während wetteronline uns für die zwei Tage Dauerregen versprach, hat wohl doch ein gnädig gestimmter Petrus ein gutes Wort für uns eingelegt  und den Regen in stetigen Gegenwind verwandelt. Manch einer der vorweihnachtlich gestimmten Paddler fragte sich, ob Regen nicht das kleinere Übel gewesen wäre. Diese Bedingungen wurden von jedem ganz individuell bewertet. Manch eine fiel konditionell überfordert, ihre sich blähende blutige Blase an der Hand beweinend zurück; wohin gegen sich andere über den Wellengang und die maritim anmutenden Verhältnisse freuten. Gleicher Meinung waren allerdings alle über Barbaras selbstgebackene Nussecken, die das Zeug haben Legendenstatus zu erwerben und den kulinarischen Beweis antreten, dass nicht alle Rollenmuster hinterfragt werden sollten.

Die Paddler vom KC Unkel nahmen nach der Ankunft an unserem Etappenziel uns frierende Zugvögel in ihrer Mitte auf und bewiesen, dass Platz in der kleinsten Hütte ist. Neben der nestwarmen Stimmung im Bootshaus wurde auch Spießbraten und Kuchen mit uns geteilt. Nach einigen abgewarteten Regenschauern machten wir uns noch auf ins Weinhaus „Zur Traube“, um dem Spießbraten noch etwas Gesellschaft durch Salat, Suppe und diverse Schlachtplatten zu bescheren.

Neben dem prominenten Bürger Willy Brandt gab eine nicht zu übersehende Kunstinstallation der Konzeptkünstlerin Martine Seibert-Raken in Form einer mystisch angeleuchteten rosa Wolke, die es bis auf die Venediger Biennale geschafft hat, dem Städtchen eine gewisse Weltläufigkeit. 

Der nächste Tag ignorierte wie der erste schon die ihm eigentlich zugedachte Wetterprognose und wartete - wie um die Wetterfrösche zu verhöhnen - mit Sonnenschein auf. Bootshauswart Udo verabschiedete uns mit einem obligatorischen Gruppenfoto, das auch einen Platz in seinem akribisch gepflegten Fotoalbum finden wird. So konnte Udo Christian beweisen, dass er vor zehn Jahren schon einmal Gast in Unkel gewesen war. Nach einigen flauen Wellen über den Unkelsteinen setzen wir die Reise nach Norden zügig fort. An der Siegmündung wurden die letzten Nussecken vertilgt und das konkurrenzlose Schlusslicht der Reise an Land geschleppt, um es für die verbleibenden 17 km zu schonen.

Eine wirkliche schöne Tour, die zeigt, dass das Winterpaddeln es vermag, einer so kleinen Reise in heimischen Gefilden einen gewissen Expeditionscharakter zu verleihen.

Eva Cott 

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